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Cöllnisches Stadtbuch (Signatur A Rep. 510 Nr. 1), Folio 13 recto

[Michel Fritze, Bürger zu Cölln, überträgt das Patronabrecht an dem Lehen
der Privaten oder Marientiden unter dem Turm an den Rat zu Cölln]


Vonn den privatum.aa.  Ohm bringt nur einen Auszug und datiert auf den 7. Februar 1506


Anno domini dusenth vyffhunderth unnd im Sestenn Jare Ist Michill Fritze Burger
to Colenn an der Sprew vor dem Erszamen Rath olth unnd nyhe to Colln erschenenn
unnd hat aldar uth guder Betrachtung unnd vornehmenn wille unnd vulborth Margaretha
seiner eligin husfruwen, Meth sunder vorliung eythlichs lhens, dat he vonn olden
herkommen erfflich bether to vorliung gehatt, uth gunsth begyfftiget unnd henforder uth
seiner unnd seinen erwenn uth der hant gesettet unnd vorleginn unnd den Ersamenn
Rade to Colenn, die nhu sin und inn tokunfftigen tyden werden mogen, die verliung
ewiglichenn to gebruken macht unnd gewalth gewenn unnd vorliegen. Als nemlich

dat lhen der privatenn Oder unnser Liwenn Fruwen getyde inn der parkerkeun to
Sunth peters alhir to Collenn inn dem Torme glegin. Also dath die vorliung des
obgemelten lhens Beyde semptlich vor sy all ore erwenn vortreden in nhafolgende
meynung: szo obgemelte lhen die teydt orer twyer lewenth entlediget unnd losz werde,
als denne vor weme sy deth sulwige to vorlhenen den Ersamen Rath betlich ersuken,
dem unnd Anders keynenn to vorligin. Szo awer obgemelte Michill Fritze, Margaretha
seine elegin husfruwe dodes halwenn aweginge, Sall ein Ersam Rath to Collen
szo offt dat Sulwige lhenn ledich worde, weme sy genegth sein nha lude der Fundacion

Sampt Confirmacion, die dorch obgemelte Michill Fritze by dem Rath to mherer
sicherheit awerantwerth, um gades wille to stadenn unnd vorligin. Ock uth guder
betrachtung unnd gaden willenn hat obgemelte Michill Fritzen twe hunderth
guldenn Achim vonn Redern wonhafftich to Swanth up einen wederkop, Inholt
des wederkops darawer gegewenn, welke ock by dem Rade geleyt unnd awerantwerth,
uthgedann. Dar vann sall ein Erszamen jherlich up Martini alle karnepechte
oder Sewenn schock Brandeneburger Landes werung, wie der vulborts brief sampt
dem kopbrieff eygentlich unnd gentzlich metbringent, empfangen unnd Innhemen,

unnd dy sulwigen sewenn schock die helfft darvann Armen gesellenn ingetragen
Borgersch kinder, dy inn Universitatibus studirnn gesynneth, umb gades wille awer-
antwerdenn, unnd die ander vierdehaff schock Armen Meydenn sey sein döchtzer
oder wentzkr arth, so sy boradenn werden umb gades wille to sture unnd to hulpe
gewenn. Unnd so offtgmelte wederkop dorch Achim vann Redern, seine rechte erwe
oder denn lhennen die ihn wederkops wyse hebben werden, ock szo offte he affgeloset
werde, Sall ein Ersam Rath meth guder betrachtung weder denn an andern ordernn
wederkops weisze anleggin. Alzo dath solck wederkop, jherliche Renthe unnd tynnse,

wie obgemelth, ewiglichen unnd unnvorgedencklich bliwenn unnd an die steden wie
obberurth jherlich umb gades wille tohulpe unnd troste gegewenn szoln werden.
Unnd oft solck wederkop affgeloset werde unnd den nicht weder umb Sowenn
schock uthdhun, soll ein Rath denn umb weyniger jherlige Renthe unnd
tynnse utthodhunde macht hebbenn unnd an die endenn wie obberurt wendenn.
Actum anno ut supra Sabbato post dorothee virginis.
bb.  7. Februar 1605 (Clauswitz, Stadtbuch Cölln, S. 62, Anm. 8)